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Hallo,

ich komm bei den Auskultationsbefunden der Lunge immer etwas durcheinander. Könntest du mir da weiterhelfen und sagen, wann man hypersoneren Klopfschall, Stimmfremitus erhöht/erniedrigt und alle weiteren Befunde hört?

Vielen Dank
Embla

Kommentare

Hallo Embla,

also, erstmal auseinanderhalten: auskulation (abhören) und perkussion (abklopfen).

Bei der Auskultation findet man Atemgeräusche. Dazu gibts nacher ein kleines Video. Geh dazu ins Multimedia-Archiv.

Beim Perkutieren findest Du den Klopfschall. Stell dir dazu eine Trommel vor, die entweder leer ist oder vollgestopft mit Sand. Welche Trommel wird den lauteren Ton erzeugen? - die leere.

Leere Räume sind gute Resonnanzkörper. Volle Räume weniger. Denk z.B. an eine Nebenhöhlenentzündung. Da wird die Stimme auch weniger voll.

So unterscheidet man bei der Perlussion den Normalbefund: sonor. Seitenvergleichend kann man nun horchen, ob der Klopfschall lauter: hypersonor oder leiser: hyposonor ist. Dazu gibt es noch den Schenkelschall wenn gar keine Luft da ist (wie beim Klopfenauf den Oberschenkel) und den tympanitischen Schall, wenn Luft in abgeschlossenen Räumen ist wie bei Kavernen oder bei Blähungen im Darm.

Wann hat man mehr Luft in der Lunge? Bei obstruktiven Lungenerkrankungen, wenn man also Probleme beim Ausatmen hat. Asthma bronchiale, Chronisch obstruktive Bronchitis, Lungenemphysem.

Wann hat man weniger Luft in der Lunge? Immer wenn einem das Einatmen Probleme bereitet. Lungenentzündung, Fibrose, Pleuritis oder wenn die lunge voll mit Schleim oder Flüssigkeit ist: Lungenödem, Pneumonie.

Der Stimmfremitus ist etwas ganz anderes - weder Perkussion noch Auskultation, sondern Palpation, also Abtasten.

Wenn jemand mit tiefer Stimmer spricht (man lässt den Patienten 99 sagen), werden die Vibrationen durch das Gewebe an die Körperoberfläche geleitet. Man legt beide Hände auf den Oberkörper des Patienten und spürt (palpiert). Wieder ist der beidseitige Vergleich wichtig.

Wenn viel Gewebe in der Lunge ist (z.B. Tumor, Pneumonie, Bronchitis, Ödem), wird die Vibration besser weitergeleitet, als wenn wenig "Material" in der Lunge ist (Emphysem, Asthma) oder ein Luftkissen über der Lunge liegt (Pneumothorax). Auch ein nasses Handtuch über der Lunge (Pleuritis) verschluckt die Vibrationen.

Hat ein Patient eine hohe Stimme, macht man nicht den Stimmfremitus, sondern die Bronchophonie (siehe das kleine Video).

Ich hoffe, das hilft Dir.

Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort und das tolle Video. Hat mir beides sehr geholfen und ich denke, dass ich es nun nicht mehr verwechseln werde.

Gruß
Embla