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Wie wird eigentlich der Gehirntod festgestellt? Durch eine EEG-Untersuchung?

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Für die Feststellung des Gehirntodes gibt die Bundesärztekammer genaue Richtlinien vor.
Die findest Du hier:
http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.7.45.3252#Def

Kurz gesagt geht es darum, bestimmte Symptomatiken über eine gewisse Zeit (je nach Art der Gehirnschädigung 12h bis 3 Tage) vorliegen zu haben.

2.1 Bewußtlosigkeit (Koma);
2.2 Lichtstarre beider ohne Mydriatikum mittel- bis maximal weiten Pupillen;
2.3 Fehlen des okulo-zephalen Reflexes;
2.4 Fehlen des Kornealreflexes;
2.5 Fehlen von Reaktionen auf Schmerzreize im Trigeminusbereich;
2.6 Fehlen des Pharyngeal- und Trachealreflexes;
2.7 Ausfall der Spontanatmung (Anmerkung 3b)

Alternativ zu der Zeitspanne kann die Irreversibilität auch nachgewiesen werden durch das

* Null-Linien-EEG oder
* Erlöschen evozierter Potentiale (Hirnaktivitäten durch gezielt verursachte Reizungen) oder
* zerebralen Zirkulationsstillstand.

Bei zerebralem Zirkulationsstillstand kann die Irreversibilität des Hirnfunktionsausfalls ohne weitere Beobachtungszeit festgestellt werden.

Admin von Heilpraktikerausbildung24

Das EEG misst Ströme vor allem in der Großhirnrinde. Darunterliegende Spannungsfelder können sich aufheben oder überlagern. Kommt es im Kortex zu keiner Aktivität mehr, geht man davon aus, dass die fehlenden Stammhirn-Reflexe nicht mehr reversibel sind.

Zunächst mal ist es so, dass auch elektrisch Prozesse tiefer im Gehirn an der Oberfläche elektrische Spuren hinterlassen, die sie ableiten. Sie leiten zwar von der Oberfläche ab, aber sie leiten durchaus Phänomene ab, die auch in der Tiefe stattfinden. Das ist das Erste. Das Zweite ist, dass die Null-Linie im EEG lange genug da sein muss. Und dann ist es nicht so, dass man sagen kann: „Ja, jetzt sehen wir auch unten nichts oder in der Tiefe nichts“, sondern es ist so, dass man einfach weiß: Wenn die Null-Linie über eine gewisse Zeit lang besteht, dass dann – das ist eine erfahrungswissenschaftlich gewonnene Tatsache – dass dann das Gehirn irreparabel geschädigt ist.

Laut Aussagen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) konnten in Ausnahmefällen EEG-Aktivitäten trotz klinischer Hirntod-Zeichen und nachgewiesenen Durchblutungsstillstandes beobachtet werden.

Die Ursache: „sog. Anastomosen (Gefäßverbindungen) in den Randgebieten zwischen der (unterbrochenen) Blutversorgung hirneigener Arterien und dem noch intakten Kreislauf der äußeren Halsschlagader […], welche die Gesichtsweichteile, aber auch die Hirn­häute versorgt. Hierdurch kann es zu einem Überleben umschriebener Nervenzellpopulatio­nen nach Eintreten des Hirntodes kommen.“