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Ist der Helicobacter pylori eigentlich immer im Magen und Duodenum ansässig und vemerehrt/verändert sich dann pathologisch (wenn es zur chronischen Gastritis Typ B kommt) oder ist es eine Infektion mit dem hp oder mit einem pathogenen Stamm des hp?

Kommentare

Grundsätzlich, bei einem gesunden Menschen ist der Hp nicht vorhanden. Seine Verbreitung ist aber enorm, so dass man sagen kann, er gehört heute fast dazu. Da die Entzündung, die er hervorruft allerdings auch völlig ohne Symptome oder Probleme ablaufen kann, kann man sagen, dass es neben der Infektion (über verunreinigte Lebensmittel/Wasser) auch auf seine Vermehrung im Magen ankommt.

Diese geschieht, wenn das Milieu des Magens sowieso schon gestört ist.

Lt IfsG ist eine Infektion ja sowieso die Besiedlung und Vermehrung eines Keims im Organismus. So sind beide Aspekte zu berücksichtigen.

Die Entdeckung des Hp war eine nette Geschichte:
1983 hat erstmals ein australischer Pathologe Bakterien auf der Magenschleimhaut beschrieben, was wir alle zunächst nicht geglaubt haben, denn im Magen ist ja Magensäure, und Magensäure zerstört Bakterien.
Helicobacter pylori wurde das stäbchenförmige Bakterium genannt, das Robin Warren und der junge Arzt Barry Marshall entdeckt hatten. Es ist ein Überlebenskünstler, indem es sich durch den schützenden Schleim der Magenschleimhaut bis zu den eigentlichen Wandzellen durcharbeitet und dazu noch Harnstoff in u.a. Ammoniak aufspaltet, der eine basische Wirkung hat und das Milieu um das Bakterium herum weniger sauer macht.
Doch der Streit ging weiter: Nachdem die Fachwelt einsehen musste, dass es sehr wohl Bakterien im Magen geben kann, bestritt man nun, dass sie irgendeine krankmachende Bedeutung hätten. Sie seien vermutlich "so harmlos wie Hautpilze", hieß es. Barry Marshall griff schließlich zum Äußersten und trank einen Saft voller Helicobacter-Keime. Erst seine eigenen akribisch dokumentierten Magenschmerzen, Brechanfälle und ähnlichen Symptome, die er zum Glück mit Antibiotika wieder beseitigen konnte, überzeugten die Fachwelt. 2005 bekamen er und Robin Warren sogar den Medizin-Nobelpreis für ihre Entdeckung... und "Stress" als Erklärung für die meisten Magenbeschwerden hatte ausgedient.