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Hallo an alle zusammen,

nachdem eine lange Zeit des Lernens hinter mir liegt, darf ich mich seit nun mehr 11 Tagen Heilpraktiker nennen und es fühlt sich toll an, es auch auf den ersten Anlauf geschafft zu haben ;o)))

Geholfen haben mir nicht zuletzt auch die vielen Prüfungsprotokolle, die ich lesen durfte, deswegen möchte ich meines gleich anhängen, um denen, die die mündliche noch vor sich haben wieder Lese- und Vorbereitungsstoff zu geben.

Prüfung, Landshut, November 2011, Anwesende: Amtsärtztin Frau Dr. S und zwei Beisitzerinnen/HPs

In der ersten Phase wurde ich von der AÄ gebeten, mich kurz vorzustellen, zu erklären, warum ich HP werden möchte. Hier habe ich meine persönlichen Gründe erläutert, danach stellte sie mir noch die Frage, ob ich eine Schule besucht hätte, was ich bejahte.

1. Frage der AÄ:
Mir wurde ein Bild vorgelegt, auf dem ein Unterarm mit einer Hauterscheinung vorgelegt. Ich erzählte, dass ich für mich in erster Linie nach einen Insekten oder Zeckenbiss aussieht, vielleicht auch ein Erysipel, es war nicht sehr eindeutig (für mich zumindest nicht )
Die AÄ sagte, dass ich mit einem Zeckenbiss richtig liege, und welche Krankheiten Zecken den übertragen können. Sie wollte auf FSME und Borreliose raus und dass ich bitte bei beiden Krankheiten die Daten und den Verlauf schildere. War okay...

2. Frage der AÄ:
Worin unterscheiden sich Diabetes Typ 1 und 2, welche akuten Komplikationen man hierbei erwarten kann, sie wollte das hyperglykämische Koma und den hypoglykämischen Schock/Koma hören und welche Langzeitschäden sind zu erwarten.

3. Frage der 1. Beisitzerin:
Patient ruft an und schildert Schmerzen in der Brust und Atemnot, wie ich handeln würde.
Klar, Herzinfarkt, Notarzt!

4. Frage der 1. Beisitzerin:
Patient kommt in die Praxis und schildert, dass er einen Sturz beim Schlittenfahren hatte und nun einseitige Schmerzen in den Rippen habe.
Ich hatte mehrere Vorschläge im Angebot: Pneumothorax und Rippenfraktur wollte sie genauer beleuten. Was bei der Rippenfraktur schulmedizinisch gemacht wird (Ruhigstellung und Schmerzmittel) Warum Schmerzmittel? Ich kam nicht drauf... War aber nicht schlimm. Schmerzmittel werden gegeben, damit der Patient nicht wegen der Schmerzen vermindert atmet und somit keine Sekundärerkrankungen in der Lunge entstehen. Für die Information hab ich mich dann freundlich bedankt!
Dann wollte sie noch wissen, welche umliegenden Organe noch bei Schmerzen im Oberkörper betroffen sein könnten?
War auch klar, Leber und Milz waren hier wichtig. 2-seitige-Milzruptur kurz erklärt, dass es oft übersehen wird, dass die Leber bei Trauma auch sehr stark bluten kann.

5. Frage von der AÄ:
Mir wurde wieder ein Bild vorgelegt, mit der Aussage, dass ich nicht komplizierter denken sollte, als nötig.
Es war ein junges männliches Gesicht mit eitrigen Pusteln zu sehen: Die Feststellung, dass es sich um Akne handelt, reichte hier - fertig.

6. Frage von der 2. Beisitzerin:
Erklären Sie mir bitte den Weg der Atmung bis zur Lunge.
Verdammt, die Lunge war echt nicht mein Lieblingsorgan... Ich habe hier wirklich nur das Nötigste abgeliefert.
Sie hat hier noch ein bisschen nachgebohrt, weil es ihr ein bisschen zu oberflächlich war, konnte ich verstehen, ich sollte noch den Gasaustausch erläutern, was mir sehr schwer gefallen ist, weil ich das nicht sehr detailliert gelernt hatte.

7. Frage der 2. Beisitzerin:
Was ich denn über Keuchhusten wisse?
Das ging dann wieder, die Infektionskrankheit kam mir gut über die Lippen, mit Imfpung und InfGesetz.

Und das wars dann schon... ich wurde kurz raus gebeten und nach einer Minute wieder rein gebeten, ich sollte kurz sagen, wie ich mich selbst einschätze. Ich war der Meinung, dass ich viel zu schnell gesprochen und dabei zu wenig überlegt hatte. Sie waren der Meinung, dass ich es alles in allem gut gemacht habe und sie das Gefühl hatten, dass ich es nicht nur auswendig gelernt, sondern auch verstanden hatte. Mit diesem Satz hatte ich auch schon Tränen in den Augen und seither schwebe ich durch die Welt...

Mein Fazit:
Ich war sehr nervös... die Stimmung war sehr viel angenehmer, als ich es mir vorgestellt hatte und die Prüfer waren SEHR hilfsbereit und freundlich. Ich hatte zu keiner Sekunde den Gedanken, dass mir hier jemand aus einer falschen Aussage einen Strick drehen will, das Gegenteil war der Fall! Bei Hängern wurde sanft nachgebohrt, durch Fragen von anderer Seite versucht, dass ich selber auf die richtige Antwort komme und wenn ein Symptom nicht genannt wurde, war das kein Beinbruch. Für mich war dieser glückliche Tag der Höhepunkt einer zweijährigen Reise durch den menschlichen Körper in allen seinen Schichten und zu mir selbst. Ich danke allen, die es mir möglich gemacht haben, über mich selbst hinaus zu wachsen!

Kommentare

Super! Alles Gute! Und Danke!!!

Hallo Anne,

herzlichen Glückwunsch ...
vielen Dank für deine tolle Ausführung von der mündlichen Prüfung. So toll ausgeführt kann man sich so schon ein Bild davon machen was einen erwartet.
ich wünsche dir das Beste auf deinem neuen Weg.

herzliche Grüße

Martina