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Reportage zur mündlichen amtsärztlichen Überprüfung am Gesundheitsamt Krefeld
am Dienstag, den 21.01.2014 um 14.00 Uhr
Dauer ca. 30 Minuten

Nach 30 minütiger Autofahrt von Oberhausen nach Krefeld kommen mein Mann Martin und ich in der Gartenstraße vor dem Gesundheitsamt an. Die Parkplätze direkt in der Straße kosten 2,- Euro die Stunde und dürfen maximal eine Stunde belegt werden. Wir fahren in die Tiefgarage Rathausplatz. Dort kostet das Parken 1,- Euro die Stunde. Wir haben noch viel Zeit, frühstücken in der Stadt und kommen dann eine halbe Stunde vor Prüfungsbeginn im 3. Stock im Gesundheitsamt an.
Der Tag ist grau, kalt und bewölkt. Frau Kroppen, die Schriftführerin begegnet uns auf dem Flur: „Guten Tag, sind Sie Frau Kranz? Sie können sich gerne dort hinten in den Wartebereich setzen. Wir rufen Sie dann gleich auf.“ Ich schleiche durch den Flur und suche den Prüfungsraum. Schon vor dem Gesundheitsamt habe ich den Amtsarzt Dr. Orth gesichtet. Ich habe ihn schon im Internet gesehen. Im Flur begegnet er mir wieder. Weil ich ihn freundlich zulächele spricht er mich an: „Kann ich ihnen helfen?“, „Na, ich habe doch gleich bei Ihnen Prüfung. Sie sind doch Dr. Orth, nicht wahr?“, „Ja, dass stimmt, aber bei mir haben Sie nicht Prüfung.“ – „Schade. Na man kann sich ja mal verschätzen.“ „Woher kennen Sie mich?“ – „Von dem Medimobil-Foto im Internet.“

Alle sehr nett… denke ich mir. Mein Mann lenkt mich noch etwas mit Witzen ab. Da kommt Frau Dr. Krebs, die Amtsärztin und holt mich aus dem Wartebereich ab. Sie führt mich in den Raum 3.04 wo die Prüfung stattfindet.
Der Raum macht einen gemütlichen Eindruck und ist hell. An der Wand stehen Aktenregale, die zum Raum passen, und in der Mitte stehen mehrere Tische aneinander geschoben im Quadrat. Mit dem Rücken zum Eingang sitzen zwei Heilpraktiker: Frau Knümann, eine besonders nette ältere Dame und Herr Reitz auch sehr freundlich. Gegenüber am Tisch sitzt Frau Kroppen die Schriftführerin. Außerdem liegt einiges auf dem Tisch: Blutdruckmessgerät und einiges andere. Die Amtsärztin stellt mir freundlich alle vor und setzt sich rechter Hand an den Tisch. Ich darf gegenüber Platz nehmen und lege meinen Wintermantel und meine Tasche auf dem Stuhl neben mir ab. In der Hand halte ich Personalausweis und Notizblätter, sowie einen Kugelschreiber. Die Amtsärztin ist eine hübsche, freundliche Frau mit ruhiger Stimme. Ich frage, ob Frau Kroppen nicht meinen Personalausweis braucht. Sie lacht und ich reiche ihn zu ihr nach links über den großen Tisch. Wir sitzen alle ziemlich nahe zusammen, aber nicht zu nah. Es ist der optimale Abstand - irgendwie gemütlich.

Frau Dr. Krebs ergreift das Wort: „Ich sehe, sie haben schon etwas zu schreiben mitgebracht. Optimal vorbereitet. Wenn es ihnen zu warm oder zu kalt ist, oder das Licht zu hell oder dergleichen, dann sagen sie bitte Bescheid.“-
„Okay danke. Nein es ist alles optimal.“
„Sind sie bereit für die Prüfung und gesundheitlich dazu in der Lage?“ – „Ja das bin ich.“
„Dann beginnen wir. Sie kennen doch bestimmt die kleinen Zecken, die uns hin und wieder befallen können. Fallen ihnen da Krankheiten ein, die diese Zecken übertragen können?“-
„Aber ja. Hier fällt mir die Lyme-Borreliose und die FSME ein.“
„Können Sie mir auch sagen worin sich die beiden Krankheiten unterscheiden?“-„Die Borreliose wird durch den Erreger Borrelia recurrentis übertragen. (Das ist falsch. Mir fiel erst zu Hause ein, dass der Erreger Borrelia burgdorferi heißt. Borellia recurrentis ist der Erreger vom Rückfallfieber. Da hat aber keiner was zu gesagt.) FSME wird durch Viren übertragen. Die Zecken beherbergen den Erreger der Borreliose in den Verdauungsorganen, und es dauert deshalb etwas länger bis dieser in den Blutkreislauf des Gebissenen gelangt. Beim FSME-Virus geschieht die Übertragung schneller.“ „Gut, aber entfernen sollte man eine Zecke so schnell wie möglich. Was wissen Sie über die Symptome der Borreliose?“- „Die Borreliose verläuft in verschiedenen Stadien. Zunächst entzündet sich die Stelle wo die Zecke sich festgesaugt hatte. Es entsteht eine ca. Cent große Rötung, die sich dann langsam ausbreitet und dabei in der Mitte abblasst. Schließlich kann nur noch ein dezent roter, großer Ring zu sehen sein. Weil dieser Ring wandert und sein Durchmesser dabei immer großer wird, nennt man ihn Erythema Chronika Migrant oder auch Wanderröte. Schließlich kann das Nervensystem befallen werden. Es kann zu einer Faszialisparese kommen. Der Nervus opticus kann befallen werden. Es kann zu Schmerzen und Lähmungen kommen.“ „Was kann es noch für Symptome geben?“- „Es kann an wechselnden Gelenken zu einer Arthritis kommen. Der sogenannten Lyme-Arthritis.“ „Genau und welche Symptome hat die FSME?“- „Also FSME heißt Frühsommer-Menningo-Enzephalitis. Es ist eine Erkrankung, die zu sehr schweren Symptomen führen kann, aber in nur ca. 10 % der Fälle. Die Patienten haben dann Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Es kann zu einer Entzündung der Hirnhäute oder des Gehirns oder beiden kommen. Die Krankheit kann eine bleibende Schädigung des ZNS hinterlassen oder sogar letal enden.“ „Gibt es eine Impfung?“-„Gegen FSME kann man impfen. Es sind drei Impfungen. Die ersten beidem im Abstand von drei bis fünf Monaten und die dritte Impfung dann nach einem Jahr. Der Impfschutz hält fünf Jahre an. Die Krankheit ist jedoch hauptsächlich in Süddeutschland verbreitet und noch in Gebieten um Idar-Oberstein herum. Sie breitet sich jedoch stetig aus. Eine Impfempfehlung in NRW besteht nicht. Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung. Hier gibt der Arzt Antibiotika.“ „Wo könnten Sie denn nachsehen, welche Impfungen empfohlen werden.“ – „Ich sehe immer auf der Seite des RKI (Robert-Koch-Instituts) nach.“ „Aber wo könnten sie noch nachsehen?“ – „Da gibt es bestimmt andere Möglichkeiten, aber ich finde diese Seite am besten.“ „Sie könnten in einer Apotheke nachfragen. Aber sie haben recht das RKI recht schon, wenn Sie damit am besten zurechtkommen.“
„Dürfen Sie diese Erkrankungen behandeln?“-„Nein, für mich besteht ein Behandlungsverbot gem. IfSG §24 für die im §7 erwähnten Krankheiten. Darunter sind Borrelia burgdorferi und das FSME-Virus. Ich verweise den Patienten zur Behandlung an einen Arzt, da auch verschreibungspflichtige Medikamente erforderlich sind.“ „Für wen besteht hier Meldepflicht?“- „Für die nachweisführenden Labore“. „Wann besteht gem. §7 IfSG Meldepflicht?“- „Bei Erkrankung und Tod durch eine Infektion mit …… Borrelia burgdorferi, FSME-Virus…“ „Was steht im §6 des IfSG?“ – „Zu melden ist der Verdacht der Erkrankung, die Erkrankung und der Tod an Botulismus, Cholera, Diphtherie….usw. Dies gilt auch für Heilpraktiker gem. § 8 IfSG.“ „Ja, okay.“
Themawechsel:
„Was können Sie uns über die Herzinsuffizienzen sagen? Welche gibt es da und wie sind die Symptome?“- „Eine Herzinsuffizienz ist das Unvermögen des Herzens, den Körper mit genügend Blut und damit Sauerstoff zu versorgen. Es gibt eine Rechts-, Links- und eine Globalinsuffizienz. Bei der Rechtsherzinsuffizienz kommt es zu einem Unvermögen, genug Blut aus dem großen Körperkreislauf aufzunehmen, und es staut sich darum in den großen Kreislauf zurück. Sie zeichnet sich durch Ödeme in den Unterschenkeln aus, die über Nacht verstreichen. Die überschüssige Flüssigkeit wird nachts über die Nieren ausgeschieden. Das nennt man Nykturie. Es können Stauungssymptome in Magen, Leber, Darm und Milz auftreten, z.B. eine Stauungsgastritis oder eine Hepatomegalie. Bei einer Linksherzinsuffizienz kann das Herz nicht genug Blut aus der Lunge auswerfen. Es staut sich in den kleinen Lungenkreislauf zurück. Dadurch kann es zu Leistungsminderung, zentraler Zyanose, Dyspnoe und Lungenödemen kommen. Die Patienten kommen nicht mehr richtig die Treppe hoch und schlafen nachts mit erhöhtem Oberkörper, weil sie sonst schlecht Luft bekommen. Bei einer Globalinsuffizienz, die oft folge einer durchgestauten Linksherzinsuffizienz ist, kommen alle Symptome zusammen.“
„Gut. Was gibt es für Ursachen für eine Herzinsuffizienz?“ –„Kardiale Ursachen sind: KHK, allen voran der Herzinfarkt, Endokarditis, Myokarditis, Perikarditis, Herzklappenfehler, angeborene Herzfehler wie offener Ductus Botalli. Pulmonale Ursachen wie Asthma bronchiale, Lungenentzündung, Lungenembolie, Lungenfibrose, Lungensarkoidose, Akutes Lungenversagen. Extrakardiale und extrapulmonale Ursachen können Hypertonie, Fieber, Schilddrüsenüberfunktion und Anämien sein.“
„Okay, ich gebe ab an Frau Knümann.“ Frau Knümann macht einen mütterlichen Eindruck auf mich. Ich rücke ein Stück näher zu ihr und sehe ihr direkt in die Augen. Sie hat große blaue Augen.
„Frau Kranz, eine besorgte Mutter ruft morgens in Ihrer Praxis an. Ihre kleine fünfjährige Lena hat ganz schlecht geschlafen und hat nun 40°C Fieber. Sie hat Halsschmerzen, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen. Was machen Sie?“-„Schläft sie jetzt? Wie geht es ihr gerade?“ „Sie ist wach und sitzt im Bettchen.“- „Ich bin gleich bei Ihnen. Wie finde ich die kleine Maus denn vor? Ist die Gardine vorgezogen?“ „Nein es ist alles hell.“ „ Ich möchte wegen des hohen Fiebers und der Kopfschmerzen zunächst die Meningitis-Zeichen testen. (Ich erkläre kurz den Brudzinski, Laseque und Kernig-Test.) Finde ich bei den Tests einen pathologischen Befund?“ „Nein, es ist alles In Ordnung.“ „Okay, dann möchte ich dem Mädchen gleich in den Hals sehen. Wie sieht der aus?“ „Er ist sehr stark gerötet und geschwollen.“ „Finde ich Koplik-Flecken, ein Enanthem an der Wangenschleimhaut vor?“ „Nein. Wann hätten wir das und warum war das hier auch nicht zu erwarten? „Bei Masern. Dann wäre das Fieber aber noch nicht so hoch gewesen. Eher bei 38,5°C. Bei Masern ist erst der 2.Fieberanstieg über 39°C. Der erste Fiebergipfel, bei dem die Koplik-Flecken auftreten ist nicht so hoch.“ „Richtig.“ „Ich bitte das Mädchen das Nachthemd auszuziehen, weil ich ihre Haut auf ein Exanthem untersuchen möchte. Kann ich irgendetwas sehen?“ „Nein. Sie finden kein Exanthem.“ „ Ich vermute hier eine Infektion mit beta-hämolysierenden-Streptokokken der Gruppe A vermutlich Scharlach.“ „Wie könnten sie den Verdacht noch untermauern? Was untersuchen sich noch?“ „Sind die Lymphknoten vergrößert?“ „Ja ein bisschen, neben dem Kopfwendemuskeln.“ „Die occipitalen Lymphknoten nicht?“ „Nein, wann wären diese denn vergrößert?“ „Bei den Röteln. Man findet die Lymphknoten dann perlschnurartig vergrößert.“ „Richtig. Hier nicht. Was sehen sie denn bei dem Mädchen im Gesicht wenn es Scharlach hat?“ „Eine Rötung und eine periorale Blässe.“ „Ja und sie haben vorhin in den Mund gesehen. Was ist Ihnen dort aufgefallen?“ „Die Zunge ist weiß belegt. Bei Scharlach hat man zunächst eine Erdbeer- und dann nach ein paar Tagen, wenn die Papillenödeme auftreten eine Himbeerzunge.“ „Die weiß belegte Zunge ist richtig. Sie finden diese bei dem Mädchen vor. Aber das mit der Erdbeerzunge stimmt nicht. Man spricht bei Scharlach nur von der Himbeerzunge.“ „Okay.“ – „Was machen Sie nun?“ „Bei Scharlach besteht für mich als Heilpraktiker ein Behandlungsverbot gem. IfSG §24 für die u.a. in § 34 genannten Krankheiten. Dort ist Streptokokkus pyogenes aufgeführt. Deshalb bitte ich die Mutter mit dem Kind zum Hausarzt zu gehen. Er wird dem Kind ein Antibiotikum verordnen. Etwas was ich als Heilpraktiker auch nicht darf.“ – „Warum ist das denn so wichtig?“ „Die kleine Lena könnte sonst nach ca. 3 Wochen eine Poststreptokokkenerkrankung erleiden. Das äußert sich dann in einer Myokarditis, Endokarditis oder sogar in einer Glomerulonephritis.“ „Wie würde sich bei dem Kind eine Glomerulonephritis äußern.“ „Es wäre müde, hätte wenig Urin und hätte Ödeme besonders morgens an den oberen Augenlidern.“ „Wie könnten Sie als Heilpraktiker weiter untersuchen, ob ein Patient eine Glomerulonephritis hat?“ – „ Im Urin wären Erythrozyten und Eiweiß und der Blutdruck wäre pathologisch.“ „Und das Urinsediment? Wie sähe das aus?“ „Es wären Erythrozytenzylinder vorhanden.“ „Was ist das?“ „Die Glomeruli sind entzündet. Es treten Ausgüsse der Glomeruli mit Erys in den Urin über.“ „Was könnten Sie noch ganz einfach machen?“ „Ich messe den Blutdruck. Der systolische Wert ist bei der Hälfte der Patienten stark erhöht.“ „Wie wäre denn ein Wert bei einem Erwachsenen z.B.? Nennen Sie mal einen.“ „RR135/105“ „Das ist noch zu niedrig. Eher 160/110. Okay, dankeschön.“
Herr Reitz macht weiter.
„Frau Kranz. Wir haben jetzt viel von Ursachen für Halsentzündungen gesprochen. Welche haben wir noch nicht genannt? Was kann noch zu Halsschmerzen führen?“- „EBV- Ebstein-Barr-Virus, Plaut-Vincent-Angina.“ „Ja, was noch? Eine wichtige haben wir noch vergessen.“- „Ach ja, natürlich. Die Diphtherie mit den gräulich-weißlichen Pseudomembranen, die beim Versuch sie abzuwischen bluten.“ „Ja genau.“
Anderes Thema. „Sie dürfen in Ihrer Praxis ja eine i.V. Injektion vornehmen. Ein Patient ist bei Ihnen und sie punktieren den Arm, der plötzlich distal der Einstichstelle schmerzt und ganz blass wird. Was ist geschehen?“ –„Oh Gott, ich habe eine Arterie punktiert. Das hat zu einem Gefäßspasmus geführt. Ich lasse die Nadel in der Ader, sonst würde das Blut herausspritzen. Ich fixiere die Nadel vorsichtig mit einem Pflaster und injiziere ganz vorsichtig 30 ml NaCl Lösung 0,9% in die Arterie, damit sie nicht noch mehr kollabiert und um weiteren Schaden zu verhüten. Dann rufe ich den Notarzt. Ich bleibe bei dem Patienten und beruhige ihn. Am anderen Arm überwache ich den Blutdruck und den Puls bis der Notarzt eingetroffen ist.“ „Sehr gut!“
„Was anderes. Ein Patient hat eine Atmung und keinen Herzschlag. Wie gehen Sie vor?“- „Ich rufe den Notarzt oder veranlasse jemanden dies zu tun. Ich achte ich auf eine feste Unterlage, also nicht gerade die federnden Matratze im Bett, und komprimiere den Herzdruckpunkt 30-mal mit einer Frequenz von 100/Minuten und einer Tiefe von ca. 4 cm. Danach überstrecke ich den Hals, damit die Zunge die Atemwege freigibt, nachdem ich die Mundhöhle nach Hindernissen untersucht habe und beatme zweimal. Das mache ich abwechselnd bis der Notarzt kommt.“ „Wann dürfen sie denn damit aufhören?“- „Wenn der Patient aufwacht.“ „Ja und noch zwei Fälle?“ „--.“„Wenn sie nicht mehr können oder wenn der Herzschlag wieder einsetzt.“- „Ach so, ja klar. Ich weiß es ist ganz schön anstrengend. Wir haben eine Reanimation im Erste-Hilfe Kurs mal nur fünf Minuten lang durchgezogen. Sehr kräfteraubend. Und den Herzschlag kann ein Helfer evtl. kontrollieren.“
Frau Dr. Krebs wirft ein: „Wie lagern sie denn einen Patienten mit Herzinfarkt?“ „Mit erhöhtem Oberkörper. Wenn er bewusstlos ist in stabiler Seitenlage auch leicht erhöht und bleibe bei ihm.“ „Okay.“
Frau Dr. Krebs sieht auf die Uhr. „So dann sind wir fertig. Gehen sie bitte kurz vor die Tür. Wir rufen sie gleich wieder rein.

Ich bedanke mich und gehe vor die Tür. Die Überprüfung hat ca. eine halbe Stunde gedauert.
Meinen Mann sichte ich gerade nicht, aber eine andere Heilpraktikeranwärterin wartet draußen mit ihrem Begleiter und fragt sofort: „Und wie war es? Was kam dran?“ „Toll. Herzinsuffizienzen, Borreliose, FSME, Kinderkrankheiten und Notfälle. Du schaffst das.“
Da werde ich schon reingerufen.
Ein freundliches Gesicht von Frau Kroppen empfängt mich auf der anderen Seite des Tisches.
Frau Dr. Krebs sagt: „Sie haben es ja sicher auch schon gemerkt, dass sie alle Fragen gut beantworten konnten. Deshalb darf ich Ihnen sagen, dass sie bestanden haben. Setzen sie sich doch noch einen Moment. Ich sehe mir die Unterlagen der Prüflinge grundsätzlich nicht an und weiß nicht, was sie vorher gemacht haben.“ „ Vielen Dank. Nun ich bin Industriekauffrau.“ „Und sie haben noch keine medizinische Vorbildung gehabt?“ „Nein. Nun will ich eine Phytotherapieausbildung machen. Ich freue mich schon darauf.“ – „Frau Dr. Kroppen wird Ihnen die Urkunde zuschicken.“ „Das wird aber etwas dauern.“, sagt Frau Kroppen. „Ja, ich glaube sie hatten diesmal sehr viele Prüflinge.“, sage ich noch und: „Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen, verabschiede mich und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.“
Dann bin ich leise raus gegangen und habe erst mal einen quickenden Brüller im Flur losgelassen. Die andere Anwärterin hat sich sehr mit mir gefreut. Dann kam auch schon mein Mann an. So erleichtert habe ich ihn noch nie gesehen.

Ich wünsche Euch ebenso viel Glück und Kraft in der mündlichen Prüfung.

Alles Gute Eure Sabine Kranz
22.01.2014

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