Skip to Content

Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung vom 17.02.1939

Heilpraktikergesetz - HPG

Heilpraktikergesetz in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 2122-2, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch Artikel 15 des Gesetzes vom 23. Oktober 2001 (BGBl. I S. 2702) geändert worden ist.
Der offizielle Gesetzestext wurde im Bundesgesetzblatt Teil III veröffentlicht. Dieser ist online nicht verfügbar. Der offizielle Text wird aber vom Bundesministerium der Justiz bereitgestellt.
Link zum Heilpraktikergesetz
Link zum Download der pdf-Fassung
Änderungen
Das Gesetz stammt aus der Zeit des Nationalsozialismus. Es beendete die davor geltende Kurierfreiheit, nach der jeder kranke Menschen behandeln durfte. Es stellte zwar die Möglichkeit in Aussicht, die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung zu erhalten, allerdings nur in besonders begründeten Ausnahmefällen. Ebenso untersagte das Gesetz die Einrichtung und Unterhaltung von Ausbildungsstätten für Naturheilkunde. 1957 wurde das Gesetz deshalb vom Bundesverfassungsgericht modifiziert und in die heutige Form gebracht. Dannach gab es nur noch geringfügige Änderungen.
Link zum Reichsgesetzblatt; Dort dann Teil 1 1939 S. 251/252 auswählen
Kopie ansehen

Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung vom 17.02.1939 - Heilpraktikergesetz

Eingangsformel
Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:
§ 1
(1) Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, ausüben will, bedarf dazu der Erlaubnis.
(2) Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn sie im Dienste von anderen ausgeübt wird.
(3) Wer die Heilkunde bisher berufsmäßig ausgeübt hat und weiterhin ausüben will, erhält die Erlaubnis nach Maßgabe der Durchführungsbestimmungen; er führt die Berufsbezeichnung "Heilpraktiker".
§ 2
(1) Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, bisher berufsmäßig nicht ausgeübt hat, kann eine Erlaubnis nach § 1 in Zukunft ... erhalten.
(2) Wer durch besondere Leistungen seine Fähigkeit zur Ausübung der Heilkunde glaubhaft macht, wird auf Antrag des Reichsministers des Innern durch den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung unter erleichterten Bedingungen zum Studium der Medizin zugelassen, sofern er seine Eignung für die Durchführung des Medizinstudiums nachweist.
§ 3
Die Erlaubnis nach § 1 berechtigt nicht zur Ausübung der Heilkunde im Umherziehen.
§ 4 gelöscht
§ 5
Wer, ohne zur Ausübung des ärztlichen Berufs berechtigt zu sein und ohne eine Erlaubnis nach § 1 zu besitzen, die Heilkunde ausübt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
§ 5a
(1) Ordnungswidrig handelt, wer als Inhaber einer Erlaubnis nach § 1 die Heilkunde im Umherziehen ausübt.
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu zweitausendfünfhundert Euro geahndet werden.
§ 6
(1) Die Ausübung der Zahnheilkunde fällt nicht unter die Bestimmungen dieses Gesetzes.
(2) gelöscht
§ 7
Der Reichsminister des Innern erläßt ... die zur Durchführung ... dieses Gesetzes erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften.
§ 8
(1) Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.
(2) Gleichzeitig treten § 56a Abs. 1 Nr. 1 und § 148 Abs. 1 Nr. 7a der Reichsgewerbeordnung, soweit sie sich auf die Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes beziehen, außer Kraft.